10. November 2025 – Gedenken am Alten Jüdischen Friedhof
Am Abend des 10. November 2025 haben wir in Breisach der Opfer der Novemberpogrome von 1938 gedacht. Beigeordneter Carsten Müller vertrat die Stadt Breisach, Schülerinnen und Schüler der Julius-Leber-Schule hatten sich mit dem Team des Blauen Hauses vorbereitet und führten die rund 50 Teilnehmer:innen zum alten Friedhof und zu sechs Grabsteinen, wo sie eine kurze Lebensgeschichte der Person erzählten, an die jeder Stein erinnert.
Dort im Dunkeln zu stehen, nur beleuchtet von ein paar Kerzen und Smartphone-Lichtern, eröffnete für viele eine neue Erfahrungswelt. Die Erinnerung durch den Besuch des Friedhofs integrierte die Verstorbenen der Gemeinde, deren Gräber, ebenso wie die Geschäfte, Synagogen, Wohnungen der Lebenden, nicht vom Zerstörungs- und Vernichtungsterror der Nationalsozialisten verschont geblieben sind, wieder in die Stadtgemeinschaft.
Erinnert haben die Jugendlichen an:
Marx Mordechai Kahn, von dem der älteste Grabstein erählt,
Theodor Günzburger, ein Baby, dessen Vater Heinrich Günzburger Vorsteher der jüdischen Gemeinde und Bierbrauer in Breisach war,
Julius Burgheimer, ein 4-Jähriger,
Raphael Greilsamer, ein Cohen,
Karolina Blum, geborene Geismar aus Ihringen, Ehefrau von Hirsch Lukas Blum und
David Bergheimer, Urgroßvater von Selma Selmele Ziehler, geborene Bergheimer, die als einzige Jüdin mit ihren Kindern der Deportation nach Gurs entgangen ist.
