2024 – 2025

Brücke für die Zukunft – Pont pour l’avenir

Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) förderte im Rahmen der Bildungsagenda NS-Unrecht „Europa“ von Frühjahr 2024 bis Ende 2025 das deutsch-französische Projekt „Brücke für die Zukunft / Pont pour l’avenir“ des Blauen Hauses Breisach. Dessen historischer Ausgangsort ist die Breisacher Brücke über den Rhein. Der Titel steht gleichzeitig aber für vielfältige symbolische Brücken.

Junge Menschen in Baden und im Elsass wurden ermutigt, sich mit unterschiedlichen Sichtweisen zu der Vergangenheit und der Gegenwart der Oberrheinregion und ihrer Bewohner:innen auseinanderzusetzen.  Mit Forschung, innovativer Biografiearbeit oder nonverbal mit Tanz. Im Mittelpunkt standen Menschen, die von NS-Unrecht betroffen waren.

Historische Forschung, Biografiearbeit mit Schülerinnen und Schülern beiderseits des Rheins, ein künstlerisches Tanzprojekt mit der Battery Dance Company New York sowie der Ideenwettbewerb „Memorial“ verbanden sich zu einem partizipativen Gesamtkonzept. Die erarbeiteten Biografien, künstlerischen Beiträge und Forschungsergebnisse wurden in Ausstellungen, öffentlichen Veranstaltungen und in der Konzeption einer digitalen Erinnerungsstele sichtbar gemacht.

www.brueckefuerdiezukunft.de

Dancing to Connect – Bridge for the Future

ist ein kreatives Tanzprojekt mit Schüler:innen und Lehrkräften aus Frankreich und Deutschland, das im Jahr 2025 an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren erinnerte und die Solidarität zwischen den beiden ehemals kriegführenden Ländern feierte. Das Blaue Haus Breisach hat die international renommierte Tanzgruppe Battery Dance Company aus New York eingeladen, Lehrkräfte und Schüler:innen in Tanzworkshops anzuleiten, in denen Geschichte zu einer körperlichen Erfahrung wird.

Die Workshops fanden rund um den 80. Jahrestag der Kapitulation Nazi-Deutschlands und der Befreiung der besetzten und annektierten Gebiete statt. Die weltweit anerkannte Methode von Battery Dance, „Dancing to Connect“ bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre kreativen Quellen zu erschließen und ermöglicht die Auseinandersetzung mit der komplexen gemeinsamen Geschichte Badens und des Elsass sowie ihrer heutigen Bedeutung. Die daraus entstehenden Choreographien wurden, ebenso wie eine Performance der professionellen Tänzer:innen von Battery Dance, am 17. Mai und am 18. Mai 2025 im deutsch-französischen Kulturzentrum Art’Rhena, auf einer Insel im Rhein zwischen Frankreich und Deutschland gelegen, der Öffentlichkeit präsentiert. Im Anschluss an die Aufführung am 18. Mai fand ein fröhlicher Umzug über die deutsch-französische Rheinbrücke statt. Die Tanzparade begleitete die Zeremonie der Brückenbenennung nach dem ermordeten elsässischen Widerstandskämpfer Julius (Jules) Leber begleitete. Wir danken herzlich der deutsch-französischen Arbeitsgruppe „80 Jahre Kriegsende/Julius Leber“ unter der Leitung des Kommunenverbands Alsace Rhin Breisach, die die Brückensperrung ermöglicht hat. Beteiligte Schulen: DEUTSCHLAND Breisach -Julius-Leber-Schule -Hugo-Höfler-Realschule -Martin-Schongauer-Gymnasium Freiburg -Walter-Eucken-Gymnasium und Kaufmännische Schulen I FRANCE Fessenheim -Collège Félix Eboué Battery Dance Company: ‪@BatteryDance‬ https://batterydance.org/

BIOGRAFIEN BIOGRAPHIES

Die Graphic Novel Ausstellung von Schülern zur deutsch-französischen Geschichte ist unter der Leitung von Sandra Butsch  entstanden als Teil des Projektes BRÜCKE FÜR DIE ZUKUNFT.

Wie fühlt es sich an, in der Angst vor Verfolgung zu leben? Was bedeutet es, für den Feind an die Front zu müssen? Was ist der Preis dafür, sich selbst treu zu bleiben? Solche tiefgründigen Fragen stehen im Zentrum der Ausstellung BIOGRAFIEN, die Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt, auf kreative Weise in die Lebensgeschichten der von der deutsch-französischen Situation zwischen 1871 und 1945 betroffenen Personen in Baden und im Elsass einzutauchen.

In einer einzigartigen Herangehensweise haben die Jugendlichen intensiv an Graphic Novels gearbeitet, die auf originalen Biografien basieren. Graphic Novels eine Erzählweise in Comic-Form. Jede Tafel der Ausstellung zeigt diese Schülerarbeiten und bietet einen persönlichen und emotionalen Zugang zu den Schicksalen von Juden, Sintis, Romanis und Zwangsumgesiedelten, die im Elsass lebten. Auf den Tafeln sind prägnante Fragen zu finden, wie: „Hattest du Angst?“ und „Hatte er überhaupt eine schöne Kindheit?“, die die tiefe Empathie und Auseinandersetzung der Schüler mit den Lebensrealitäten der Betroffenen widerspiegeln.

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